- Die Bank of Japan hielt die Zinsen bei 0,75 % und erhöhte Wachstumsprognosen.
- Steigende Schulden- und Anleiherenditen setzen weiterhin Druck auf den Yen.
- Der Kurswechsel Japans könnte Kryptowährungen über globale Liquiditätskanäle beeinflussen.
Japans Zinspolitik und steigende Staatsverschuldung ziehen Aufmerksamkeit auf sich, da Ökonomen warnen, dass der allmähliche Straffungszyklus des Landes sich auf die Preise von Bitcoin und Krypto auswirken könnte.
Die Bank of Japan behielt heute ihren kurzfristigen Wichtigzinssatz unverändert bei 0,75 %, dem höchsten Stand seit 1995, nach einer weithin erwarteten 8:1-Stimmen. Ein Vorstandsmitglied, Hajim Takata, forderte eine Zinserhöhung auf 1 % und verwies auf Aufwärtsrisiken für die Inflation.
Die Entscheidung fällt vor der Neuwahl am 8. Februar in Japan und erhöht politischen Druck auf politische Entscheidungen. Die BOJ erhöhte ebenfalls ihren Wachstumsausblick und prognostizierte ein BIP-Wachstum von 0,9 % für das Geschäftsjahr bis März 2026 sowie ein Wachstum von 1,0 % für das Geschäftsjahr 2026.
Beamte sagten, Lohnwachstum, Staatsausgaben und verbesserte globale Nachfrage sollten die Wirtschaft unterstützen. Die Inflation lag im Dezember bei 2,1 %, was zum 45. Mal in Folge über dem Ziel der BOJ von 2 % lag, wobei die politischen Entscheidungsträger erwarten, dass sie später in diesem Jahr nachlässt.
Schulden, Renditen und Yen unter Druck
Japans politische Aussichten bleiben durch hohe Staatsanleihen und steigende Anleiheriten eingeschränkt. Japans Staatsverschuldung betrug etwa 1.340 Billionen Yen (etwa 9 Billionen US-Dollar ), was 237 % des BIP entspricht – der höchsten Schuldenlast unter den Industrieländern.
Premierminister Sanae Takaichi hat für das nächste Haushaltsjahr einen Haushalt von 783 Milliarden Dollar vorgeschlagen, zusammen mit Steuererleichterungen und Subventionen zur Senkung der Haushaltskosten. Der Plan folgt auf ein Konjunkturpaket in Höhe von 135 Milliarden Dollar, das im vergangenen Jahr eingeführt wurde.
Diese Maßnahmen haben die Bedenken der Investoren hinsichtlich der fiskalischen Nachhaltigkeit geweckt. Die Renditen japanischer Staatsanleihen sind in den letzten Wochen auf Jahrzehnthochs von 4,2 % gestiegen, während der Yen stark geschwächt ist. Die Währung ist seit Oktober um etwa 4,6 % gegenüber dem US-Dollar gefallen und handelt bei etwa 158,97 pro Dollar.
Finanzminister Satsuki Katayama hatte zuvor vor „einseitigen“ Währungsbewegungen gewarnt und gesagt, die Behörden würden die Märkte genau beobachten. Die Realzinsen in Japan bleiben laut BOJ trotz der jüngsten Straffungen weiterhin negativ.
Warum Japan für Bitcoin und Krypto wichtig ist
Ökonomen sagen, dass Japans politische Verschiebung für die Kryptomärkte wegen seiner Rolle in den globalen Finanzierungsbedingungen von Bedeutung ist. Jahrelang unterstützten niedrige japanische Zinssätze den Yen-Carry-Handel, bei dem Investoren günstig in Yen Kredite nahmen, um in verzinslichere Vermögenswerte wie Aktien und Kryptowährungen zu investieren.
Mit steigenden Zinsen und steigenden Anleiheriten wird dieser Handel weniger attraktiv. Analysten bei ING berichteten, dass die Märkte genau beobachten, ob die Schwäche des Yen zur Inflation zurückwirkt und zukünftige Zinserhöhungen beschleunigt.
Eine plötzliche Yen-Stärkung oder eine schneller als erwartete Straffung könnten Anleger dazu zwingen, gehebelte Positionen abzubauen. Während einer ähnlichen Phase im August 2024 fiel Bitcoin stark, als sich die Carry Trades aufgrund von Spekulationen über eine Straffung der BOJ umkehrten.
Analysten sehen Liquiditätsrisiko für Krypto
Vermögensverwalter und Analysten sagen, dass Bitcoin weiterhin empfindlich gegenüber globalen Zinssätzen reagiert, auch wenn es außerhalb der traditionellen Finanzen operiert. BlackRock hat zuvor festgestellt, dass Bitcoin auf Veränderungen der realen Renditen ähnlich wie Gold reagiert.
Steigende japanische Anleiherenditen könnten zudem Kapital zurück in die inländischen Festverzinsmärkte ziehen und die Liquidität für globale Risikoanlagen verringern.
Was die Märkte als Nächstes beobachten werden
BOJ-Gouverneur Kazuo Ueda hat erklärt, die Zentralbank werde die Zinsen weiter erhöhen, falls sich wirtschaftliche und preisbezogene Trends wie prognostiziert entwickeln. Investoren konzentrieren sich nun auf die politischen Signale nach der Wahl und das Tempo der weiteren Normalisierung.
Ökonomen sagen, die entscheidende Frage ist, ob Japans Übergang weiterhin schrittweise bleibt oder die finanziellen Bedingungen schneller verschärft, als die Märkte erwarten. Obwohl die unmittelbare Krypto-Volatilität begrenzt war, warnen Analysten, dass Japans Zinssätze, Schuldenentwicklung und Währungsbewegungen bis 2026 ein entscheidender Faktor bleiben werden, der Bitcoin und die globalen Märkte prägt.
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