- Google-Forschungen besagen, dass Quantencomputer Bitcoin-Schlüssel innerhalb von neun Minuten knacken könnten.
- KI-Modelle sind sich einig, dass eine Bedrohung existiert, unterscheiden sich jedoch in Zeitrahmen, Dringlichkeit und Machbarkeit eines Bitcoin-Upgrades.
- Experten sagen, Bitcoin könne sich anpassen, aber langsame Governance könnte die Implementierung quantenresistenter Sicherheitsmaßnahmen verzögern.
Quantencomputing wurde 2026 zur meistdiskutierten Bedrohung von Bitcoin, nachdem Google ein Papier veröffentlicht hatte, in dem behauptet wurde, eine zukünftige Quantenmaschine könne in nur neun Minuten einen privaten Bitcoin-Schlüssel knacken.
Unterdessen äußern sich fünf führende KI-Modelle – ChatGPT, Gemini, Claude, Perplexity und Grok – und ihre Antworten sind unterschiedlicher, als man erwarten würde.
Was ist die Quantenbedrohung für Bitcoin?
Die Diskussion explodierte, nachdem Googles Quanten-KI-Team Ende März 2026 eine Forschungsarbeit veröffentlicht hatte, in der gewarnt wurde, dass die Zerstörung der Kryptographie von Bitcoin möglicherweise deutlich weniger Ressourcen erfordern könnte als bisher angenommen.
Google-Forscher schätzten, dass ein ausreichend leistungsstarker Quantencomputer einen privaten Bitcoin-Privatschlüssel in etwa neun Minuten knacken könnte, sobald ein öffentlicher Schlüssel offengelegt ist, was etwa 6,9 Millionen bereits exponierte Bitcoin einem erhöhten Risiko aussetzt.
Im Zentrum dieses Anliegens steht etwas namens Elliptic Curve Cryptography oder ECC, die mathematische Grundlage, die Bitcoin-Wallets sicher hält. Ein leistungsstarker Quantencomputer mit Shors Algorithmus könnte ihn knacken und private Schlüssel freigeben. Ältere Bitcoin-Adressen sind am stärksten gefährdet, da ihre öffentlichen Schlüssel bereits in der Kette sichtbar sind.
ChatGPT: Reales und zeitkritisches Risiko
ChatGPT beschönigt das Risiko nicht. Es beschreibt Quantencomputing als eine reale und zeitkritische Herausforderung für Blockchains, die elliptische Kurvenkryptographie nutzen, einschließlich Bitcoin und Ethereum, während die Quantenforschung weiter voranschreitet.
Auf die Frage nach einer möglichen Bedrohung im Jahr 2028 sagte ChatGPT, der Zeitplan sei ungewiss, aber nicht unrealistisch. Die größere Sorge ist nicht ein plötzlicher Durchbruch, sondern dass die Branche es nicht schafft, quantenresistente Kryptographie schnell genug zu übernehmen.
Es zeigt auch eine Herausforderung bei der Governance: Die dezentrale Struktur von Bitcoin macht schnelle Upgrades im Vergleich zu flexibleren Blockchains schwieriger.
Grok: Entspann dich, alles würde zuerst kaputtgehen
Elon Musks Grok nimmt einen deutlich entspannteren Ton an. Groks Antwort war unverblümt: „Wenn Quantencomputer bis 2028 gut genug sind, um ECC zu brechen, hat das gesamte Internet größere Probleme als Krypto, deine Bank, deine Passwörter, deine Regierungsdaten… Alles Toast.“
Groks Argument ist berechtigt und es lohnt sich, sich anzuhören. Bevor ein Quantencomputer Bitcoin angreift, würde er zuerst Banksysteme, Regierungskommunikation, Militärnetzwerke und jede HTTPS-Website der Welt durchbrechen.
Das würde einen globalen Notfall schaffen und Regierungen sowie Technologieunternehmen dazu zwingen, schnell zu reagieren. In diesem Szenario wäre Bitcoin nicht das erste System, das scheitert.
Zwillinge: Ein Upgrade ist möglich, aber Zeit zählt
Googles KI, Gemini, nimmt eine ausgewogene Mittelperspektive ein. Es erkennt an, dass die Bedrohung real ist, insbesondere nachdem Google die Forschung veröffentlicht hat, die die Diskussion ausgelöst hat. Allerdings stellt Gemini auch fest, dass es bereits post-quanten-kryptographische Lösungen gibt.
Das entscheidende Thema ist das Timing. Die Werkzeuge stehen zur Verfügung, aber die Kryptobranche muss sie frühzeitig übernehmen. Da Bitcoin-Upgrades in der Regel langsam voranschreiten, könnten Verzögerungen bei der Implementierung das Gesamtrisiko erhöhen.
Perplexity: Ingenieurproblem, kein physikalisches Problem
Perplexität rahmt die Quantenbedrohung anders. Anstatt zu fragen, ob es passieren wird, konzentriert es sich darauf, wie schnell die Technologie gebaut werden kann.
Risikokapitalgeberin Nic Carter teilte diese Ansicht und sagte, das Risiko habe sich von einem physikalischen Problem zu einer technischen Herausforderung verlagert und ingenieurtechnische Fortschritte tendenziell schnell voranschreiten.
Perplexity fügt hinzu, dass der Zeitplan vom Hardwarefortschritt abhängt, nicht von der Theorie. Google und IBM streben beide 1 Million physische Qubits bis Anfang der 2030er Jahre an. Mit typischen technischen Verzögerungen könnten wirklich nützliche Quantenmaschinen jedoch erst um 2035 erscheinen. Das deutet darauf hin, dass die Branche Zeit zur Vorbereitung hat, aber nicht unbegrenzt.
Claude: Handhabbar, aber die Vorbereitung kann nicht warten
Claude sagt, die Quantenbedrohung sei real, aber nicht unmittelbar. Die heutigen Quantencomputer sind noch weit davon entfernt, die Verschlüsselung von Bitcoin zu knacken. Die jüngste Google-Forschung hat jedoch die Erwartungen verkürzt, sodass das Fenster 2029–2035 realistischer wird.
Claudes zentrale Botschaft ist Dringlichkeit ohne Panik. Bitcoin hat bereits große Herausforderungen bewältigt, und es existieren bereits quantensichere Standards, wobei NIST 2024 mehrere finalisierte. BIP-360 wird außerdem entwickelt, um quantenresistente Adresstypen einzuführen.
Ein vollständiges Upgrade könnte jedoch etwa 7 Jahre dauern, etwa 2,5 Jahre für Entwicklung und Überprüfung, 0,5 Jahre für die Aktivierung und 4 Jahre für die Ökosystemmigration.
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