- Griechenland plant eine Krypto-Kapitalertragssteuer von 15 %, wobei die ersten 500 Euro Gewinn vollständig befreit sind.
- Die Steuer gilt für Unternehmens-Krypto-Miner, aber nicht für einzelne Mining-Betriebe in Griechenland.
- Griechenlands 15 % Rate liegt zwischen Zypern mit 8 % und Frankreich mit 30 %, was das Kapitalfluchtrisiko begrenzt.
Das griechische Finanzministerium entwirft ein Gesetz, das eine Kapitalertragssteuer von 15 % auf Kryptowährungsgewinne erhebt, bestätigten zwei hochrangige Regierungsbeamte gegenüber Reuters. Der Gesetzentwurf wird voraussichtlich innerhalb der kommenden Monate ins Parlament kommen.
Zum ersten Mal werden griechische Krypto-Investoren unter einem klaren gesetzlichen Rahmen arbeiten. Bis dahin waren Gewinne nicht formell befreit, aber es gab kein spezielles Regime zur Berechnung oder Deklaration von Gewinnen. Diese rechtliche Unklarheit adressiert die neue Gesetzgebung direkt.
Die ersten 500 Euro, etwa 580 US-Dollar, an jährlichen Gewinnen sind steuerfrei. Die Steuer gilt nicht für einzelne Kryptowährungsminer, sondern gilt, wenn der Mining-Betrieb als juristische Person registriert ist.
Wo Griechenland in Europa liegt
Die Krypto-Besteuerung in der Europäischen Union variiert stark. Die Steuern auf Zypern steigen um 8 %, während Frankreich 30 % anhebt. Deutschland und Portugal verfolgen ihre eigenen, unterschiedlichen Ansätze. Der von Griechenland vorgeschlagene Satz von 15 % liegt am moderaten Ende des Spektrums, eine Position, die darauf abzielt, Staatseinnahmen zu generieren, ohne erhebliche Kapitalflucht in weniger Steuergebiete auszulösen.
Beamte räumten ein, dass es wirklich schwierig ist, die Größe des griechischen Kryptowährungsmarktes einzuschätzen. Die überwiegende Mehrheit der griechischen Investoren nutzt Plattformen, die außerhalb des Landes registriert sind, wodurch die aktuelle Aktivität für die inländischen Steuerbehörden weitgehend unsichtbar wird.
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Warum das Timing sinnvoll ist
Die Gesetzgebung entsteht nicht isoliert. MiCA, die umfassende Krypto-Asset-Regulierung der EU, ist seit Dezember 2024 in allen Mitgliedstaaten vollständig anwendbar und bringt damit einen größeren Teil der Branche in regulierte und meldepflichtige Kanäle. Griechenland hat im Mai durch Gesetz Nr. 5301/2026 die DAC8-Krypto-Berichterstattungsregeln erlassen, wobei Bestimmungen ab Januar 2026 gelten und erste Berichte für 2027 erwartet werden.
Der Marktkontext
Das Gesetz kommt während eines der stärksten Krypto-Rückgänge des Jahres 2026. Bitcoin wurde am Freitag bei etwa 60.870 US-Dollar gehandelt, was einem Rückgang von etwa 17 % in der vergangenen Woche entspricht. Ethereum fiel an einem einzigen Tag um 9,7 %.
Ein während eines Abschwungs eingeführter Steuerrahmen erinnert auch daran, dass Veräußerungen sowohl Verluste als auch Gewinne kristallisieren können. Ein gut gestaltetes System sollte es den Inhabern ermöglichen, diese Verluste weiterzutragen – ein Detail, das bei der Veröffentlichung des endgültigen Gesetzes von großer Bedeutung sein wird.
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