- Strategy hat 411 BTC zum ersten Mal seit zwei Jahren zu Coinbase Prime transferiert.
- Der Bitcoin kehrte innerhalb von drei Stunden zurück, was auf routinemäßige Verwahrungsaktivitäten hindeutete.
- Saylor deutete an, Bitcoin zu verkaufen, um die Dividendenverpflichtungen von Vorzugsaktien zu decken.
Michael Saylor baute die gesamte Identität von Strategy auf einem Versprechen auf: Bitcoin, niemals zu verkaufen. Diese Woche entwickelte dieses Versprechen seinen ersten sichtbaren Riss.
Am Freitag hat Strategy 411 Bitcoin im Wert von 30,3 Millionen US-Dollar an Coinbase Prime transferiert. Dies war die erste große Börsenübertragung des Unternehmens seit fast zwei Jahren, und im Kryptobereich fällt es den Leuten auf, wenn der weltweit größte Bitcoin-Inhaber plötzlich Coins an eine Börse verschiebt.
Der Prognosemarkt Polymarket hat das definitiv getan. Innerhalb weniger Stunden stiegen die Chancen, dass Strategy Bitcoin vor Ende 2026 verkauft, auf 91 %. Panik breitete sich schnell in den sozialen Medien aus. Die Erzählung schrieb sich von selbst: Saylor verkauft sich endlich.
Ein Nutzer stellte jedoch fest, dass drei Stunden nach der Übertragung On-Chain-Daten auf dem Arkham-Dashboard zeigten, dass dieselben Münzen wieder in die Verwahrungswallets von Strategy zurückkehrten.
Saylor sagte den leisen Teil laut
Die Übertragung selbst mag routinemäßig gewesen sein, aber was Saylor im Earnings Call von Strategy zum ersten Quartal sagte, war alles andere als das.
Das Unternehmen verzeichnete im Quartal einen Verlust von 12,54 Milliarden US-Dollar. Es sind 818.334 Bitcoins, die im Durchschnitt 75.537 Dollar pro Coin kosten, was bedeutet, dass der gesamte Stack derzeit unter Wasser steht. Und bei diesem Anruf schlug Saylor etwas vor, das vor einem Jahr undenkbar gewesen wäre: ein paar Bitcoin zu verkaufen, um Dividenden auszuzahlen.
Er sagte: „Wir werden wahrscheinlich etwas Bitcoin verkaufen, um eine Dividende zu zahlen, nur um den Markt zu impfen und die Botschaft zu senden, dass wir es getan haben.“
Er rahmte es sorgfältig ein. Ein bewusstes Signal finanzieller Stärke. Er schlug sogar vor, dass der Erlös insgesamt den Netto-Bitcoin-Kauf ermöglichen könnte. Doch entfernt man die Darstellung, ist die Aussage eindeutig: Der Mann, der nie verkauft, spricht jetzt öffentlich über den Verkauf.
Was hier wirklich zählt
Bitcoin hält fast 73.000 US-Dollar, und die 411 BTC, die Coinbase Prime kurzzeitig besuchten, sind sicher nach Hause gekommen. Doch Saylors Kommentare zum Gewinnaufruf änderten etwas. Jahrelang fanden institutionelle Investoren Trost in der Gewissheit seiner Position.
Die Möglichkeit eines Verkaufs, so klein und strategisch er auch sein mag, bringt eine Variable mit sich, die es vorher nicht gab. Märkte mögen keine neuen Variablen.
Ob der Transfer wirklich routinemäßig oder eine stille Probe für etwas Größeres war, hat Strategy nicht gesagt.
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