- Schnabel von der EZB unterstützt einen digitalen Euro, während dollar-gestützte Stablecoins an Einfluss gewinnen.
- Der globale Stablecoin-Markt nähert sich 300 Milliarden US-Dollar, wobei USDT und USDC einen Anteil von 90 % haben.
- Die EZB warnt, dass Stablecoins die Bankfinanzierung schwächen und Reserve-Run-Risiken auslösen könnten.
Die Europäische Zentralbank (EZB) warnt erneut vor dem raschen Anstieg der dollargebundenen Stablecoins. Das EZB-Vorstandsmitglied Isabel Schnabel sagt, dass ein digitaler Euro immer wichtiger wird, um Europas Kontrolle über das eigene Geld zu schützen und das Finanzsystem stabil zu halten.
Schnabels Äußerungen stammen aus einer Rede auf der Bank of Korea International Conference in Seoul am 1. Juni.
Sie gibt zu, dass Stablecoins Vorteile wie schnellere Zahlungen, niedrigere Gebühren, Programmierbarkeit und effizientere Abwicklung bringen können. Ihre zunehmende Nutzung stellt jedoch auch ein erhebliches Risiko für die finanzielle Stabilität dar. Das Vorstandsmitglied der EZB erklärte außerdem, dass bei Stablecoins Risiken darin bestehen, wie Zentralbanken die Politik und das globale Geldsystem insgesamt steuern.
Eine von Schnabels größten Sorgen ist die Dominanz der dollargebundenen Stablecoins.
Derzeit nähert sich der globale Stablecoin-Markt 300 Milliarden US-Dollar, wobei Tether (USDT) und USD Coin (USDC) etwa 90 % davon ausmachen. Im Gegensatz dazu sind euro-gesicherte Stablecoins immer noch winzig, mit einer geschätzten Gesamtkapitalisierung von etwa 500 Millionen Euro.
Schnabel sagt, dass das Ungleichgewicht die globale Dominanz des Dollars stärken könnte, insbesondere da die Finanzwelt sich in On-Chain bewegt. Sie warnte, dass, wenn dollar-gesicherte Stablecoins zur Norm werden, dies die internationale Rolle des Euro verringern und die Welt abhängiger von US-zentrierten Finanzsystemen machen könnte.
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Anstatt zu versuchen, Innovationen zu stoppen, weist Schnabel darauf hin, dass Zentralbanken die öffentliche Finanzinfrastruktur mit CBDCs (digitale Zentralbankwährung) und tokenisiertem Zentralbankgeld modernisieren sollten.
Die EZB sieht den digitalen Euro als Instrument, um den öffentlichen Zugang zu Staatsgeld zu sichern und Europas Abhängigkeit von ausländischen Zahlungssystemen und privaten Stablecoin-Unternehmen zu verringern.
In ihrer Rede verglich Schnabel Stablecoins mit Geldmarktfonds und sagte, beide würden ähnliche Risiken schaffen. Wenn Verbraucher Gelder aus Bankeinlagen in Stablecoins entnehmen, könnten die Banken eine dünnere und volatilere Finanzierungsbasis haben. Die EZB warnte außerdem, dass Stablecoins selbst mit Runs rechnen könnten, falls das Vertrauen in ihre Reserven sinkt.
Außerdem ist ein Grund, warum die EZB das Thema ernst nimmt, die Skalierung. Schnabel wies darauf hin, dass einige der größten Dollar-Stablecoins heute so groß sind wie große Geldmarktfonds. Die Regulierungsbehörden befürchten, dass ein Überstürzungsprozess einen Zwangsverkauf von Rücklagen auslösen und möglicherweise ein größeres Marktchaos auslösen könnte.
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