Wenn du jemals einen großen Trade platziert hast und beobachtet hast, wie sich der Preis gegen dich bewegt hat, bevor er überhaupt voll war, hast du genau das Problem gespürt, das Dark Pools lösen sollen.
Das Problem mit öffentlichen Ordnungsbüchern
Die meisten Börsen und Börsen verwenden ein öffentliches Orderbuch. Jeder Kauf- und Verkaufsauftrag ist für jeden sichtbar, einschließlich Größe und Preis.
Diese Transparenz klingt theoretisch gut. In der Praxis schafft er eine versteckte Steuer auf große Trades. In dem Moment, in dem du eine große Bestellung aufgibst, können andere Händler sehen, dass sie dort liegt. Manche handeln vor ihm, kaufen den Vermögenswert zuerst auf und verkaufen ihn dann zu einem höheren Preis zurück, sobald dein Auftrag voll ist. Das wird manchmal Frontrunning genannt und ist eine natürliche Nebenwirkung, weil jeder die Absichten der anderen sehen kann.
Für jemanden, der einen kleinen Betrag kauft, ist das kaum wichtig. Für eine Institution, die versucht, Millionen von Dollar zu bewegen, kann das äußerst kostspielig sein. Jede große Bestellung leakt Informationen, und diese Informationen werden gegen die Person verwendet, die sie aufgegeben hat.
Was ist also ein dunkler Pool?
Ein Dark Pool ist ein Handelsplatz, an dem Aufträge versteckt werden, bis sie ausgeführt werden. Du kannst einen großen Kauf- oder Verkaufsauftrag aufgeben, aber niemand sonst sieht deren Größe oder Preis, bis der Handel abgestimmt und abgeschlossen ist.
Dark Pools begannen in der traditionellen Finanzwelt, hauptsächlich für institutionelle Investoren wie Pensionsfonds, Investmentfonds und Hedgefonds. Diese Spieler müssen routinemäßig große Aktienstücke kaufen oder verkaufen, und dies auf einer öffentlichen Börse würde den Preis gegen sie bewegen, bevor der Handel überhaupt abgeschlossen ist.
Indem die Ordnung verborgen bleibt, ermöglicht ein dunkler Pool einen großen Handel leise. Der Preis wird erst im Nachhinein öffentlich, wenn der Handel bereits abgeschlossen ist. Das schützt den Händler davor, von vorne zu profitieren, und hilft ihm, einen faireren Durchschnittspreis zu erzielen.
Wie dunkle Pools tatsächlich funktionieren
Die Mechanik ist ziemlich einfach, auch wenn das Konzept geheimnisvoll klingt:
- Ein Händler gibt eine Bestellung in den Dark Pool ein, in der er angibt, was er kaufen oder verkaufen möchte und zu welchem Preis.
- Der Orden sitzt privat, von den anderen Teilnehmern unbemerkt.
- Das Matching-System des Dark Pools sucht nach einer Gegenordnung – jemandem, der bereit ist, das zu verkaufen, was du kaufen willst, oder das zu kaufen, was du verkaufen möchtest.
- Wenn ein Match gefunden wird, wird der Trade ausgeführt.
- Erst nach der Ausführung wird der Handel öffentlich gemeldet, meist mit Verzögerung.
Niemand, der von außen zusieht, kann sehen, wie sich die Ordnung aufbaut, also gibt es im Voraus nichts, womit man handeln könnte.
Warum dunkle Pools existieren
Der Hauptgrund für die Existenz von Dark Pools ist eine faire Umsetzung, nicht die Geheimhaltung um der Geheimnisse willen:
- Große Trades erzielen bessere Preise. Ohne dass Informationen durchsickern, bewegen große Aufträge den Markt nicht gegen sich selbst.
- Institutionen können Risiken richtig managen. Pensionsfonds und Vermögensverwalter müssen Portfolios neu ausbalancieren, ohne den gesamten Markt auf ihre Strategie aufmerksam zu machen.
- Es verringert die Marktwirkung. Eine Bestellung über 50 Millionen Pfund, die in ein öffentliches Auftragsbuch gelegt wird, kann den Preis vorübergehend zum Absturz bringen. Ein dunkler Pool verhindert diesen Schock.
Kritiker hingegen befürchten, dass Dark Pools die Markttransparenz verringern, Preise schwerer auffindbar machen und genutzt werden können, um Aktivitäten zu verbergen, die Regulierungsbehörden sonst überprüfen würden. Deshalb sind Dark Pools in der traditionellen Finanzwelt reguliert und ihre Volumina werden nur mit Verzögerung gemeldet.
Dark Pools kommen in Krypto
Öffentliche Blockchains treiben Transparenz bis zum Äußersten. Jede Wallet, jede Transaktion, jede Bestellung auf einer dezentralen Börse ist für jeden sichtbar, der hinschaut. Das ist gut, um zu überprüfen, ob eine Kette ehrlich ist, aber für alle, die echte Größe tauschen wollen, ist es schwierig.
Bei einer vollständig transparenten Kette ist das Platzieren einer großen Bestellung so, als würde man den Handel dem gesamten Markt ankündigen, bevor er stattfindet. Bots und andere Händler können es im Mempool oder im Orderbuch sehen und sich positionieren, um auf deine Kosten Gewinne zu machen. Das ist einer der Gründe, warum DeFi Schwierigkeiten hat, ein ernsthaftes institutionelles Handelsvolumen anzuziehen – jede Absicht wird in dem Moment durchgesickert, in dem sie platziert wird.
Die Kryptobranche baut nun eine On-Chain-Version derselben Idee auf: vertrauliche Auftragsbücher. Anstatt allen Bestellgröße und Preis anzuzeigen, sind die Details verschlüsselt. Eine Matching-Engine kann weiterhin eine Gegenpartei finden und den Handel regeln, aber Außenstehende sehen nur, dass ein Match stattgefunden hat, nicht die Details, die dazu geführt haben.
Es geht hier nicht darum, Fehlverhalten zu verbergen. Es geht darum, Tradern denselben Schutz zu geben, den institutionelle Investoren in traditionellen Märkten immer hatten: die Möglichkeit, eine große Order zu platzieren, ohne sie an alle weiterzugeben, die gegen sie handeln könnten.
In Summe
Dark Pools existieren, weil volle Transparenz Kosten hat, wenn man versucht, im großen Maßstab zu handeln. Sie lassen große Aufträge privat ausgeführt werden, schützen Händler davor, frontrun zu werden, während sie die Geschäfte im Nachhinein öffentlich berichten.
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