- Durov sagte, ein Erpresser habe illegale Inhalte platziert, was Apple dazu veranlasste, Telegram zu entfernen.
- Der Angreifer hat eine ältere Nachricht bearbeitet, um die KI-Filter und Inhalts-Hashes von Telegram zu umgehen.
- Apples schnelle Entlistung könnte andere von Nutzern generierte Plattformen einem ähnlichen Angriffsrisiko aussetzen.
Telegram-Gründer Pavel Durov sagte, Apple habe die Messaging-App kurzzeitig aus seinem globalen App Store entfernt, nachdem ein Nutzer KI-modifizierte illegale Inhalte in einer öffentlichen Gruppe platziert hatte. Der Dienst kehrte wenige Stunden nach der Entfernung des Materials zurück.
Apple bestätigte, dass seine Überprüfung Inhalte gefunden hat, die gegen Regeln gegen sexuellen Kindesmissbrauch verstoßen. Es stellte Telegram wieder her, nachdem das Unternehmen die Inhalte gelöscht und den verantwortlichen Nutzer gesperrt hatte.
Wie Erpresser die Moderation von Telegram umgehen
Durov lieferte einen detaillierteren Bericht über den Vorfall. Er behauptete , ein Erpresser habe das Material absichtlich platziert, um Maßnahmen gegen Telegram auszulösen. Apple hat diesen Teil seiner Erklärung öffentlich nicht bestätigt.
Telegram nutzt Berichte, KI-Filter, Inhalts-Hashes und andere Tools, um verbotenes Material in öffentlichen Gruppen zu finden. Laut Durov umging der Angreifer diese Kontrollen, indem er eine alte Nachricht in einem aktiven Chat bearbeitete.
Der bearbeitete Beitrag enthielt angeblich KI-modifiziertes illegales Material. Seine Position im Chatverlauf machte die Veränderung schwer bemerkbar. Durov sagte, die Mitglieder könnten es nicht schnell sehen und melden.
Durov bezeichnete den Nutzer als „Takedown-Erpresser“. Solche Angreifer fordern Zahlungen von den Gruppeneigentümern. Sie drohen, Gemeinden ins Visier zu nehmen, wenn Administratoren sich weigern zu zahlen.
Automatisierte Konten werden laut Durov jedoch genutzt, um illegale Inhalte in öffentlichen Gruppen zu platzieren. Die Angreifer melden es direkt an Apple. Ihr Ziel ist es, Maßnahmen gegen Gemeinschaften auszulösen, die ihre Forderungen abgelehnt haben.
Durov identifizierte den mutmaßlichen Täter nicht und nannte die betroffene Gruppe nicht. Er gab auch keinen Lösegeldbetrag an. Seine Aussage enthielt keine Details zu einem Polizeibericht oder anderen rechtlichen Schritten.
Durov argumentierte, dass die Verwendung rückverdatierter, weitgehend versteckter Inhalte zeige, dass das Problem in den öffentlichen Gruppen von Telegram nicht systemisch sei. Telegram gibt an, eine Null-Toleranz-Politik zu verfolgen und bisher 337.942 CSAM-bezogene Gruppen und Kanäle im Jahr 2026 blockiert zu haben.
Die Entfernung von Telegram erhöht die Risiken im App Store
Durov kritisierte Apple dafür, Telegram entfernt zu haben, bevor das Unternehmen kontaktiert wurde. Er sagte, dieser Ansatz schaffe ein größeres Risiko für mobile Apps. Angreifer könnten verbotene Inhalte platzieren, um Entscheidungen zur Durchsetzung von App-Stores zu beeinflussen.
Telegram hat mehr als eine Milliarde monatlich aktive Nutzer. Bestehende Nutzer konnten während des Delistings weiterhin auf die installierte App zugreifen. Allerdings waren neue Downloads vorübergehend nicht über Apples Mobilmarktplatz verfügbar.
Der Gründer warnte außerdem, dass sich Takedown-Taktiken auf sozialen Plattformen weiterentwickeln. Telegram hat Erfahrung darin, koordinierte Meldegangs zu identifizieren. Durov sagte, andere Dienste hätten möglicherweise nicht denselben Schutz.
Apple entfernte Telegram bereits 2018 aus dem App Store, weil Inhalte als unangemessen beschrieben wurden. Der Dienst kehrte nach Einführung zusätzlicher Schutzmaßnahmen zurück. Die jüngste Entfernung betraf erneut Inhalte, die von einem einzelnen Nutzer gepostet wurden.
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