- Ray Dalio warnt, dass KI-Bewertungen unter Druck geraten könnten, falls Investoren plötzlich Zugang zu Bargeld benötigen.
- Technologieriesen könnten im Jahr 2026 angesichts steigender Bewertungen 650 Milliarden Dollar in KI-Infrastruktur investieren.
- Dalio sagt, dass KI-Technologie gedeihen könnte, auch wenn viele Unternehmen Schwierigkeiten haben, Renditen zu liefern.
Der milliardenschwere Investor Ray Dalio hat erneut Bedenken hinsichtlich des Wachstums von Investitionen im Bereich künstliche Intelligenz geäußert und warnt, dass die größten Risiken eher aus finanziellen und wirtschaftlichen Zwängen als aus der Technologie selbst ausgehen könnten.
Seine Kommentare erfolgen, während große Technologieunternehmen weiterhin Hunderte Milliarden Dollar in KI-Infrastruktur investieren, während Investoren hohe Bewertungen an Unternehmen vergeben, die mit dem Sektor verbunden sind.
In einem Interview mit Bloomberg sagte der Gründer von Bridgewater Associates, dass jede große technologische Transformation historisch gesehen zu Investitionsblasen geführt habe. Laut Dalio besteht die Herausforderung für Unternehmen darin zu entscheiden, wie aggressiv sie investieren, um Marktanteile zu erlangen – oft ohne Gewissheit, dass diese Investitionen Renditen bringen.
Dalio trennt Reichtum von Geld
Ein zentrales Thema in Dalios Bemerkungen war die Unterscheidung zwischen Reichtum und Geld. Er stellte fest, dass Unternehmen trotz der Kapitalaufwerbung nur einen Bruchteil dieses tatsächlichen Kapitals in Milliardenhöhe erreichen können.
Laut Dalio stellen Bewertungen auf dem Papier Vermögen dar, während Geld liquide Mittel ist, die ausgegeben werden können. Die Lücke zwischen beiden vergrößert sich, wenn die Vermögenswerte viel schneller steigen als das verfügbare Bargeld im Finanzsystem.
Bridgewater schätzt, dass Alphabet, Amazon, Meta und Microsoft gemeinsam im Jahr 2026 etwa 650 Milliarden US-Dollar in KI-Infrastruktur investieren könnten.
Schulden und Liquidität könnten zu Verkaufsdruck führen
Dalio sagte, finanzielle Belastungen entstehe oft, wenn Investoren plötzlich Zugang zu Bargeld benötigen. Er identifizierte Schuldenverbindlichkeiten, Vermögenssteuern und Fondsrückzahlungen als mögliche Vorfälle, die Vermögensinhaber dazu zwingen könnten, gleichzeitig Positionen zu verkaufen.
Er brachte diese Bedenken auch mit den allgemeinen fiskalischen Bedingungen in den Vereinigten Staaten in Verbindung. Dalio verwies auf ein Ungleichgewicht des Bundeshaushalts und wies darauf hin, dass die Staatsausgaben nahe 7 Billionen Dollar liegen, während die Einnahmen etwa 5 Billionen Dollar betragen. Seiner Ansicht nach erfordern anhaltende Defizite weitere Schuldenemissionen, was den Druck auf die Finanzmärkte erhöht.
Dalio zieht Parallelen zur Dotcom-Ära
Dalios jüngste Kommentare folgen auf ähnliche Bedenken, die er im März während eines Auftritts im „All-In Podcast“ äußerte. Damals argumentierte er, dass Investoren das Investieren in eine transformative Technologie oft mit Investitionen in Unternehmen verwechseln, die darauf abzielen, daraus zu profitieren.
Er sagte, der technologische Fortschritt könne auch dann weitergehen, wenn viele Unternehmen keine ausreichenden Renditen erzielen. Im Vergleich zur Dotcom-Ära stellte Dalio fest, dass das Internet letztlich die Wirtschaft trotz des Zusammenbruchs zahlreicher früher Internetunternehmen veränderte.
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