- FATF sagt, dass Stablecoins nun die Hauptwährung sind, die verwendet wird, um illegale Gelder über Blockchain-Netzwerke zu bewegen.
- Die Aufsichtsbehörde möchte, dass Stablecoin-Emittenten die Kontrollen verschärfen, einschließlich des Einfrierens verdächtiger Geldbörsen, wenn dies erforderlich ist.
- FATF warnte, dass ungleiche globale Krypto-Regeln und Offshore-Unternehmen weiterhin Lücken schaffen, die Kriminelle ausnutzen können.
Kriminelle nutzen zunehmend Stablecoins, um illegale Gelder zu transportieren, was die Financial Action Task Force (FATF) dazu veranlasst hat, Regierungen aufzufordern, die Aufsicht über den Sektor digitaler Vermögenswerte zu verschärfen. In seiner jüngsten Überprüfung erklärte die globale Anti-Geldwäsche-Aufsichtsstelle, dass die meisten identifizierten Onchain-Kriminalitäten mittlerweile dollar-backed Stablecoins betreffen und warnten, dass Regulierungslücken weiterhin Möglichkeiten für illegale Finanzierungen schaffen.
Die FATF erklärte , dass einige kriminelle Netzwerke noch einen Schritt weiter gegangen sind und eigene Stablecoins geschaffen haben, die es den Behörden erschweren sollen, Vermögenswerte einzufrieren oder zu beschlagnahmen. Sie fügte hinzu, dass inkonsistente Regulierung, Anbieter von Offshore-Virtual-Asset-Dienstleistungen und ungleiche Durchsetzung in verschiedenen Rechtsgebieten weiterhin Möglichkeiten für illegale Finanzierungen schaffen.
FATF drängt auf stärkere Compliance-Maßnahmen
Die jährliche Überprüfung der FATF bewertete, wie Länder Anti-Geldwäsche-Standards für Kryptowährungen umsetzen. Es stellte fest, dass zwar 83 % der befragten Rechtsordnungen die Travel Rule in ihre rechtlichen Rahmenbedingungen aufgenommen haben, die Durchsetzung jedoch weiterhin ungleichmäßig ist, insbesondere bei grenzüberschreitenden Krypto-Transaktionen.
Die Travel Rule verpflichtet Finanzinstitute und Anbieter virtueller Vermögenswerte, Informationen über Absender und Empfänger qualifizierter Transaktionen zu sammeln und zu teilen. Regulierungsbehörden betrachten dies als eine Schlüsselmaßnahme zur Aufdeckung und Verhinderung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung.
Laut dem Bericht haben nur 99 Gerichtsbarkeiten die Travel Rule entweder umgesetzt oder arbeiten aktiv daran, sie einzuführen, wodurch regulatorische Lücken entstehen, die Kriminelle ausnutzen können.
Stablecoin-Emittenten stehen unter wachsendem Druck
Die Aufsichtsbehörde forderte die Stablecoin-Emittenten außerdem auf, ihre Risikokontrollen zu verschärfen. Es wurde empfohlen, dass Stablecoin-Emittenten die Möglichkeit haben, Token, die mit Wallets verknüpft sind, die von Behörden als verdächtig eingestuft werden, einzufrieren oder dauerhaft zu entfernen.
Obwohl Tether diese Maßnahmen in früheren Strafverfolgungsverfahren angewandt hat, erklärte FATF, dass viele Stablecoin-Emittenten unterschiedliche Standards einhalten. Es wurde außerdem festgestellt, dass einige Rechtsordnungen von Emittenten nicht verlangen, dass sie eng mit Untersuchungen zusammenarbeiten.
Die Empfehlungen könnten die Compliance-Kosten für Emittenten erhöhen. Unternehmen müssen möglicherweise ihre Know-Your-Customer-(KYC)-Verfahren stärken und in fortschrittlichere Blockchain-Überwachungssysteme investieren, um regulatorische Erwartungen zu erfüllen.
Offshore-Unternehmen bleiben ein zentrales Anliegen
Unterdessen identifizierte ein Bericht im März Offshore-Anbieter virtueller Vermögenswerte (oVASPs) als eine der größten Schwächen im globalen Kampf gegen Finanzkriminalität. FATF-Präsidentin Elisa de Anda Madrazo sagte, die Firmen schaffen „blinde Flecken“, die Kriminelle ausnutzen, um Betrug zu begehen und Terrorismus zu finanzieren.
Einige Regulierungsbehörden haben die Kontrolle bereits verstärkt. In Thailand beispielsweise begannen die Bank of Thailand und die Börsenaufsicht des Landes kürzlich mit der Überprüfung hochvolumiger Stablecoin-Transaktionen, nachdem sie Überweisungen identifiziert hatten, die offenbar so strukturiert waren, dass sie Offenlegungspflichten umgingen.
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