- Burrys Optionen für 2027 verlängern seine bärische Zeitlinie, ohne einen sofortigen Zusammenbruch vorherzusagen.
- Seine Bilanz zeigt bahnbrechende Siege, frühe Anrufe und Ausgänge, wenn Bedingungen Trades ungültig machen.
- Ein niedriger VIX kann auf Selbstzufriedenheit hindeuten, kann aber auch stärkere Gewinne und ruhigere Märkte widerspiegeln.
Michael Burrys jüngste Warnung ließ Vergleiche mit 1987 wiederbeleben, doch seine offengelegten Trades erzählen eine abgewogenere Geschichte, als die Schlagzeile vermuten lässt. Der Investor bleibt bärisch, da der S&P 500 Rekorde erreicht, doch sein Verhalten ähnelt einer erweiterten Portfolio-Positionierung statt einer zeitlich begrenzten Kollapsprognose.
In einem Substack-Beitrag schrieb Burry, dass die Märkte nahe an einem großen Höchststand liegen könnten und ein Fall im Stil von 1987 weiterhin möglich sei. Er meldete jedoch keinen bevorstehenden Absturz. Stattdessen verlängerte Burry mehrere bärische Positionen bis 2027, behielt ausgewählte Shorts und räumte ein, dass steigende Märkte weiterhin neues Kapital anziehen könnten.
Folglich können professionelle Anleger defensive Trades über lange Zeiträume führen, ohne sofortige Ergebnisse zu erwarten. Solche Positionen können eine breitere Exponierung absichern oder Bewertungslücken anvisieren. Burry räumte außerdem ein, dass die meisten Investoren keinen Short leisten sollten, und stellte seinen Ansatz eher als spezialisiertes Risikomanagement als als universellen Marktaufruf dar.
Warum Burry seine bärischen Trades bis 2027 verlängert hat
Burry hat die Nvidia-Puts auf Juni 2027 verschoben und seine Invesco QQQ-Short-Position in den Februar 2027 verschoben. Indem er diese Laufzeiten weiter nach hinten verschob, gab er seiner bärischen These ein breiteres Entwicklungsfenster. Er behielt zudem bärische Exponierung gegenüber SOXX, Micron, Caterpillar, Palantir, Tesla und Applied Materials bei.
Inzwischen verließ er Microsoft-Longs und schloss Oracle-Shorts. Im Grunde verringert die Verlängerung der Laufzeiten die Notwendigkeit, dass eine bärische These sofort funktioniert. Außerdem gibt es mehr Zeit, damit Bewertungsprobleme oder Marktstress entstehen.
Die Struktur signalisiert daher Geduld, nicht Sicherheit bezüglich des Timings. Burry sagte sogar, er würde Verluste begrenzen, falls sich Trades eindeutig gegen ihn bewegen würden. Laut seinem Beitrag blieben jedoch alle Positionen mit Ausnahme von Nvidia profitabel.
Dieses Detail deutet auf aktives Risikomanagement hin und nicht auf ein bedingungsloses Bekenntnis zu einer Crash-Erzählung. Sein SOXX-Trade im Juli funktionierte ebenfalls schnell, wobei der Halbleiterfonds um etwa 21 % fiel. Dennoch kann eine erfolgreiche Position nicht jede umfassendere Warnung bestätigen.
Burrys Bilanz zeigt sowohl Überzeugung als auch frühes Timing
Burrys Ruf beruht stark auf seinem Immobilienmarkt vor der Finanzkrise 2008. Dieser Erfolg machte seine späteren Warnungen ungewöhnlich einflussreich. Seine öffentliche Bilanz umfasst jedoch auch bärische Positionen, die früh, vorübergehend oder umgekehrt waren.
Im Jahr 2023 gab er breite bärische Optionen gegen den S&P 500 und den Nasdaq-100 bekannt und verließ diese dann im folgenden Quartal. Anfang desselben Jahres räumte er ein, dass seine Anweisung zum „Verkauf“ falsch gewesen sei. Er schloss 2021 auch einen bärischen Tesla-Handel ab und beschrieb ihn einfach als einen Trade.
Diese Geschichte zeigt, dass sich seine Positionen mit den Marktbedingungen ändern können. Folglich zeigt das aktuelle Portfolio eine Überzeugung, aber keinen Nachweis dafür, dass ein bestimmtes Crashdatum identifiziert wurde. Ein professioneller Short kann richtungsmäßig korrekt sein, aber Verluste machen, da Timing, Volatilität oder Finanzierungskosten gegen den Investor wirken.
Warum ein niedriger VIX nicht automatisch einen Absturz signalisiert
Burry argumentierte weiter, dass sinkende Volatilität Volatilitätsziel- und Momentumfonds dazu ermutigen könne, die Hebelwirkung zu erhöhen. Dieser Mechanismus kann Marktbewegungen verstärken, wenn sich die Bedingungen umkehren. Er stellte außerdem fest, dass mehrere Hedgefonds-„Pod-Shops“ nach Juli noch beschädigt blieben, während die Volatilitätsmaßnahmen sich dem Zwölfjahrestief näherten.
Dennoch misst der VIX die erwartete kurzfristige Volatilität des S&P-500 durch Optionspreise. Sie misst keine langfristigen Bewertungen, die Unternehmenssolvenz oder die Wahrscheinlichkeit eines Crashs. Ein niedriger Wert kann auf Selbstzufriedenheit hindeuten. Sie kann jedoch auch mit starken Gewinnen, geringerer makroökonomischer Unsicherheit und einer geringeren Nachfrage nach kurzfristigem Schutz einhergehen.
Vor diesem Hintergrund stieg der VIX am Dienstag auf etwa 16,5, blieb aber über die vorherigen fünf Sitzungen deutlich niedriger. Daher stützen die verfügbaren Beweise Vorsicht statt Gewissheit. Burrys Portfolio deutet darauf hin, dass er die Marktrisiken für unterbewertet hält, aber es beweist nicht, dass ein Zusammenbruch wie 1987 eintreten wird.
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