- Kevin Warsh wird am Freitag offiziell den Posten des Vorsitzenden der Federal Reserve übernehmen.
- Warsh unterstützt eine politische Mischung aus Bilanzkürzung und zukünftigen Zinssenkungen.
- Fed-Vertreter wollen zukünftige Zinserhöhungsoptionen angesichts der Inflationsbedenken offen halten.
Kevin Warsh wird am Freitag offiziell den nächsten Vorsitzenden der US-Notenbank übernehmen, wobei Präsident Donald Trump die Vereidigungszeremonie im Weißen Haus ausrichtet.
Bemerkenswert ist, dass Vorsitzende der Federal Reserve normalerweise intern vereidigt werden. Der letzte Vorsitzende, der den Eid im Weißen Haus ablegte, war Alan Greenspan im Jahr 1987. Trumps Auftritt zeigt, wie eng die Regierung sich an die nächste Phase der Fed-Politik bindet.
Warsh ersetzt Jerome Powell in einem schwierigen Moment für die Zentralbank. Die Inflation liegt weiterhin über dem 2%-Ziel der Fed, die Anleiherenditen steigen, und die Märkte haben die Erwartungen an aggressive Zinssenkungen deutlich gesenkt.
Der Markt möchte nun wissen, ob Warsh tatsächlich den von Trump geforderten Lockerungszyklus wieder aufnehmen kann.
Warsh will Zinssenkungen ohne mehr QE
Warsh betritt das Büro nicht mit einem standardmäßigen, duiven Handbuch. Er hat wiederholt argumentiert, dass die Fed in den letzten zehn Jahren zu stark auf quantitative Lockerungen angewiesen sei.
Seiner Ansicht nach erhöhten groß angelegte Anleihenkäufe die Vermögenspreise, vergrößerten Vermögensunterschiede und verzerrten die Finanzmärkte, ohne der Gesamtwirtschaft gleiche Vorteile zu bringen.
Anstatt QE neu zu starten, unterstützt Warsh eine Mischung aus Bilanzreduktion und niedrigeren Zinssätzen. Sein Rahmenwerk setzt auf quantitative Straffung statt auf Gelddruck.
Das bedeutet, dass die Fed ihre Bilanz weiter verkürzen und die Zinsen später senken könnte, falls die Inflation ausreichend nachlässt. Die Idee ist, den Druck auf überschüssige Liquidität aufrechtzuerhalten und gleichzeitig die Kreditkosten für Unternehmen und Verbraucher zu senken.
Zinstermine zeigen derzeit nahezu keine Chance auf eine Senkung auf der Sitzung des Federal Open Market Committee im Juni. CME-Daten von FedWatch deuten ebenfalls darauf hin, dass die Märkte erwarten, dass die Zinsen bis Juli unverändert bleiben.
Interner Widerstand könnte politische Veränderungen verlangsamen
Warsh mag zwar den Stuhl kontrollieren, aber nicht die gesamte Fed. Jüngste FOMC-Sitzungen zeigten bereits Spaltungen innerhalb der Zentralbank, da drei regionale Fed-Beamte bei der April-Sitzung gegen eine mildere Prognose gestimmt haben.
Mehrere politische Entscheidungsträger wollen nun, dass die Fed die Option für zukünftige Zinserhöhungen offenlässt, falls die Inflation weiter steigt, was Warsh zu Beginn seiner Amtszeit zu einem Problem darstellt. Wenn er zu sehr auf Kürzungen drängt, während die Inflation hoch bleibt, könnten die Märkte die Fed unter Trump als politisch kompromittiert ansehen.
Gleichzeitig steht die Weigerung, bei allen Risiken zu lockern, in Konflikt mit dem Weißen Haus, das seit Monaten offen niedrigere Zinsen fordert. Warsh wird anfangs wahrscheinlich einen Mittelweg wählen.
Die Märkte erwarten zunehmend, dass die Fed die Zinsen hält und gleichzeitig die Liquidität durch fortgesetzte Bilanzreduzierung strafft.
Wenn Warsh jedoch die Fed-Bilanz durch QT aggressiv schrumpft, könnte die Dollar-Liquidität an den Märkten weiter verkrampfen. Historisch gesehen hat dies Risiko-Assets, einschließlich Krypto, unter Druck gesetzt.
Wenn sich die Inflation jedoch später stabilisiert und Warsh schließlich auf Zinssenkungen übergeht, ohne QE neu zu starten, könnte BTC wieder an Schwung gewinnen.
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