Jahrelang lebte Krypto in Pakistan in einer rechtlichen Grauzone. Millionen Menschen kauften und verkauften Bitcoin und andere Münzen, aber kein Gesetz erlaubte dies eindeutig, und Banken wurden angewiesen, sich fernzuhalten. Das änderte sich 2025 und 2026. Pakistan hat jetzt ein echtes Krypto-Gesetz und eine Regulierungsbehörde. Aber es gibt einen Haken: Zum Zeitpunkt des Schreiben hat noch keine Börse eine vollständige Betriebslizenz.
Das neue Gesetz: Das Gesetz über virtuelle Vermögenswerte, 2026
Das pakistanische Parlament verabschiedete das Virtual Assets Act von 2026 und ersetzte eine frühere vorübergehende Regel (Virtual Assets Ordinance, 2025) durch ein dauerhaftes Gesetz. Sie gründet eine eigene Regulierungsbehörde namens Pakistan Virtual Assets Regulatory Authority (PVARA).
Die Aufgabe von PVARA ist es, alle zu lizenzieren und zu überwachen, die Krypto-Dienstleistungen für Menschen in Pakistan anbieten. Dazu gehören:
- Krypto-Börsen (Plattformen, auf denen man Coins kauft, verkauft oder tauscht)
- Custodians (Unternehmen, die Krypto in Ihrem Namen halten)
- Wallet-Anbieter
- Token-Emittenten (Unternehmen, die neue Münzen herstellen und verkaufen)
- Makler und Berater
Nach dem Gesetz muss jedes dieser Unternehmen eine Lizenz von PVARA erhalten, bevor es legal in oder von Pakistan operieren darf. Ohne einen solchen zu arbeiten ist eine Straftat, nicht nur ein Verstoß gegen Papierkram.
Ist derzeit überhaupt eine Börse lizenziert?
Nein. Noch nicht.
Im Dezember 2025 gab PVARA Binance und HTX etwas, das als No Objection Certificate (NOC) bezeichnet wird. Ein NOC ist keine Lizenz. Es handelt sich um eine frühzeitige Genehmigung, die es einer Börse ermöglicht, sich beim pakistanischen Anti-Geldwäsche-System zu registrieren und ein lokales Unternehmen zu gründen, um später eine vollständige Lizenz zu beantragen.
PVARAs eigener Vorsitzender, Bilal bin Saqib, betonte öffentlich, dass die NOCs „keine pauschale Genehmigung“ seien. Bitget ist inzwischen in dieselbe Pipeline eingetreten und folgt derselben NOC-First-Route.
Der aktuelle Status der größten globalen Börsen, die in Pakistan betrieben werden, ist also: genehmigt, den Prozess zu starten, nicht genehmigt, vollständig zu operieren. PVARA sagt, dass die vollständigen Lizenzvorschriften noch finalisiert werden, wobei eine öffentliche Konsultation zu den detaillierten Regeln bis Mitte 2026 andauert.
Was passiert, wenn man einen nicht lizenzierten Austausch nutzt?
Die Strafen im Gesetz richten sich gegen Unternehmen, nicht gegen gewöhnliche Nutzer. Das Gesetz sieht harte Strafen für Unternehmen fest, die als nicht lizenzierte Anbieter von virtuellen Vermögenswerten tätig sind:
- Bis zu 50 Millionen PKR Bußgelder und bis zu 5 Jahre Gefängnis wegen Betriebs eines nicht lizenzierten virtuellen Vermögensgeschäfts
- Bis zu 25 Millionen PKR an Geldstrafen und bis zu 3 Jahre Gefängnis für die Werbung oder Werbung für nicht autorisierte virtuelle Vermögenswerte
Diese Strafen gelten für Unternehmen und Einzelpersonen, die Plattformen betreiben oder nicht lizenzierte Programme bewerben, wie etwa den Betrieb einer lokalen nicht registrierten Börse oder die Durchführung einer Werbekampagne für einen nicht genehmigten Token.
Sie sind nicht als pauschles Verbot für eine Person formuliert, die lediglich Krypto besitzt oder auf einer Offshore-Börse von ihrem Handy aus handelt.
Bemerkenswert ist, dass das Gesetz noch in der Ausarbeitung der Durchsetzungsvorschriften ist und die pakistanischen Behörden keine detaillierten Leitlinien zur individuellen Nutzerhaftung veröffentlicht haben.
Warum die Banken immer noch nicht voll einverstanden sind
Jahrelang hat die Zentralbank Pakistans, die State Bank of Pakistan (SBP), den Banken gesagt, sie sollten Krypto überhaupt nicht anfassen. Das änderte sich im April 2026, als die SBP ihre Richtlinie von 2018 offiziell rückgängig machte und Banken erlaubte, Sonderkonten zu eröffnen, jedoch nur für Unternehmen, die bereits eine PVARA-Lizenz besitzen. Da noch keine Börse eine vollständige Lizenz besitzt, steht diese Tür theoretisch offen, aber noch nicht in der Praxis.
Deshalb findet der Großteil des täglichen Kryptokaufs in Pakistan weiterhin über P2P-Handel (Peer-to-Peer) statt – bei dem Käufer und Verkäufer Rupien und Krypto direkt umtauschen, oft über das integrierte Matching-System der Börse, statt über eine Banküberweisung an die Börse selbst.
Was kommt als Nächstes
PVARA hat einen gestaffelten Plan ausgearbeitet:
- NOC-Phase (aktuell) — Börsen registrieren sich und bereiten Bewerbungen vor
- Vollständige Lizenzierungsvorschriften – derzeit in öffentlicher Konsultation, erwartet bis 2026 finalisiert
- Vollständige Lizenzen erteilt – erst, nachdem eine Börse nachweist, dass sie Anforderungen erfüllt, darunter Mindestkapital, Anerkennung durch eine große Aufsichtsbehörde im Ausland (wie die USA, EU oder Singapur) und die Einhaltung der Scharia-Prinzipien (islamische Finanzen), die von einem Gelehrtenausschuss überprüft werden
- Laufende Aufsicht – PVARA kann eine Lizenz später aussetzen oder widerrufen, wenn ein Unternehmen gegen die Regeln verstößt.
Das Fazit
Pakistan hat sich von einem praktischen Verbot von Krypto zu einem der detailliertesten regulatorischen Rahmenbedingungen in Südasien entwickelt. Das ist echter Fortschritt. Aber „reguliert“ bedeutet nicht „schon fertig“. Im Moment:
- Keine Börse besitzt eine vollständige PVARA-Lizenz
- Binance, HTX und Bitget haben nur eine vorläufige NOC-Genehmigung
- Die Nutzung eines Offshore-Austauschs ist für Einzelpersonen nicht explizit kriminalisiert, aber das rechtliche Bild entwickelt sich noch
- Banken können Börsen noch nicht direkt bedienen, daher bleibt P2P-Handel die Norm
Letztlich könnten Volllizenzen bis 2026 eingeführt werden, und sobald dies geschieht, wird das rechtliche Umfeld für Alltagsnutzer deutlich klarer werden.
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