- Senatorin Elizabeth Warren sagte, die OCC habe fälschlicherweise mindestens neun nationale Krypto-Trust-Charts genehmigt.
- In ihrem Schreiben heißt es, dass einige Unternehmen offenbar bankähnliche Aktivitäten ohne volle Bankverpflichtungen anstreben.
- Warren nannte Risiken, die mit Verbrauchern verbunden sind, Interessenkonflikte und die Trennung von Bankwesen und Handel.
Senatorin Elizabeth Warren hat dem Office of the Comptroller of the Currency vorgeworfen, nationale Treuhandcharter für Kryptofirmen fälschlicherweise genehmigt zu haben, die ihrer Meinung nach wie Banken handeln könnten, ohne die vollständigen Bankregeln einzuhalten.
In einem Schreiben an Comptroller Jonathan Gould sagte Warren, dass die Genehmigungen der OCC für mindestens neun krypto-gebundene nationale Treuhandgesellschaften offenbar mit dem National Bank Act kollidieren. Sie warnte, dass die Struktur Verbraucher und das Bankensystem Risiken aussetzen könnte, wenn Unternehmen engere Treuhandcharter nutzen, um breitere Krypto-Banking-Aktivitäten zu betreiben.
Warren fordert die OCC-Charta-Initiative in Frage
Warren, der führende Demokrat im Bankenausschuss des Senats, sagte, die OCC habe seit Dezember 2025 mindestens neun nationale Trust-Charts für Kryptounternehmen genehmigt. Ihr Schreiben argumentierte, dass einige dieser Unternehmen planen, über die begrenzten Aktivitäten hinauszugehen, die normalerweise für nationale Treuhandgesellschaften erlaubt sind.
Der Senator sagte, die Firmen „sehen aus wie Kryptobanken, nicht wie vertrauenswürdige Unternehmen“, so die Berichterstattung zum Brief. Sie sagte, Geschäftspläne, die von ihrem Büro geprüft wurden, sahen Aktivitäten im Zusammenhang mit Verwahrung, Zahlungen, Kreditvergabe und Stablecoins vor.
Diese Unterscheidung steht im Zentrum des Streits. Nationale Treuhandgesellschaften dürfen in der Regel treuhänderische Dienstleistungen erbringen, wie etwa die Verwaltung von Vermögenswerten für Kunden. Sie agieren jedoch nicht wie vollwertige nationale Banken, die umfassendere Regeln in Bezug auf Einlagen, Kreditvergabe, Kapital, Liquidität, Verbraucherschutz und Aufsicht haben.
Warren sagte, dass die Nutzung von Trust-Charters bei bankähnlichen Funktionen durch Krypto-Firmen regulatorische Arbitrage schaffen würde. Sie warnte außerdem, dass dies die Trennung zwischen Bankwesen und Handel schwächen könnte.
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Krypto-Firmen, die im Streit genannt werden
Berichten zufolge hat die OCC Anträge auf nationale Trustbanking-Charter für Unternehmen und Tochtergesellschaften genehmigt, die mit Coinbase, Circle, Ripple, Paxos, BitGo, Fidelity, Crypto.com, Stripe und Protego verbunden sind. Reuters berichtete zuvor, dass die OCC im Dezember bedingte Genehmigungen für mehrere große Kryptofirmen, darunter Ripple und Circle, zur Gründung nationaler Treuhandbanken erteilt habe.
Diese Charter können Unternehmen dabei unterstützen, Verwahrung, Vermögensverwaltung und Abwicklungsdienste unter einer Bundesaufsichtsbehörde anzubieten. Reuters wies jedoch darauf hin, dass die Genehmigungen keine traditionellen Bankaktivitäten wie die Annahme von Einlagen oder die Vergabe von Krediten erlauben.
Die Debatte hat an Dringlichkeit gewonnen, nachdem die Stablecoin-Gesetzgebung mehr Kryptofirmen zu bundesstaatlichen Trust-Strukturen gedrängt hat. Warrens Brief erklärte, dass einige Geschäftspläne offenbar mit Stablecoin-Aktivitäten in Verbindung stehen, die dem Einzahlungsentnehmen ähneln – eine Behauptung, die von den Bankaufsichtsbehörden genauer untersucht werden könnte.
Mehrere Kryptounternehmen haben nationale Treuhandcharter anstrebt, um die Aufsicht in den USA zu vereinfachen. Anstatt mit getrennten staatlichen Lizenzsystemen zu arbeiten, kann eine Bundescharta einen einheitlichen Aufsichtsweg schaffen. Dennoch argumentiert Warren, dass die OCC diesen Weg nicht nutzen kann, um Unternehmen zu genehmigen, deren geplante Aktivitäten über das gesetzlich erlaubte Niveau hinausgehen.
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Deadline am 1. Juni setzt OCC unter Druck
Warren bat die OCC, die vollständigen Zulassungsanträge für alle neun genehmigten Unternehmen bereitzustellen. Sie forderte auch die rechtlichen Analysen an, die zur Unterstützung der Genehmigungen verwendet wurden, sowie Dokumente, die zeigen, ob die Behörde nationalen Treuhandgesellschaften die Durchführung nicht-treuhänderischer Aktivitäten erlaubt hat.
Ihr Antrag bittet außerdem um Kommunikation zwischen OCC-Beamten und dem Weißen Haus oder Mitgliedern der Trump-Familie bezüglich der Genehmigungen der Charta. Die Deadline für die angeforderten Unterlagen ist der 1. Juni.
Der Brief folgt, nachdem Warren und Gould Anfang dieses Jahres über einen ausstehenden Antrag auf eine National Trust Bank aneinandergeraten sind, der mit World Liberty Financial verbunden ist, einem mit der Familie Trump verbundenen Kryptounternehmen. In der Berichterstattung über den Austausch hieß es, dass Warren Gould drängte, ob er den Antrag verzögern oder ablehnen würde, doch er lehnte es ab, dieses Versprechen zu machen.
Die OCC hat den politischen Streit um Krypto-Trust-Charter nicht gelöst. Für die Branche könnten die Genehmigungen einen klareren Bundesweg für Verwahrung und Stablecoin-Infrastruktur eröffnen. Für Warren werfen dieselben Genehmigungen eine rechtliche Frage auf: Ob Kryptofirmen bankähnliche Privilegien erhalten und gleichzeitig die vollen Verpflichtungen vermeiden, die mit dem Banksein einhergehen.
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